| Bremen: Stiftungsdorf Gröpelingen |
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ProjektMultikulturelles Zentrum
Region Bremen Handlungsfeld Stadtteil-/Ortsteilentwicklung / Integrierte Konzepte / Soziale Netzwerke / Neue Wohnformen Raumtypologie städtisch 2. BILDER 3. AUSGANGSLAGE 4. ZIELE 5. AKTEURE 6. FÖRDERUNG / BERATUNG 7. FINANZIERUNG 8. ERFAHRUNGEN BILDER
AUSGANGSLAGE Multikulturelles Zentrum – ein innovatives Projekt für Bremen: Auf dem Gelände der ehemaligen Feuerwache 6 und ehemaligen Gewerbeflächen im Sanierungsgebiet Bremen-Gröpelingen entstand ein multikulturelles Zentrum mit einem bunten Nutzungsmix aus 59 Wohnungen mit Service für ältere Menschen (davon 14 Wohnungen für vornehmlich ältere türkische Migranten und Migrantinnen), sowie 8 Wohnungen für junge Körperbehinderte, einem Stadtteil-Kulturzentrum mit Ateliers, Galerie, dem Café eines Qualifizierungsträgers sowie der Zweigestelle West der Bremer Volkshochschule, einem Tagesbetreuungsangebot für Kinder von 1-3 Jahren, einer interkulturellen Begegnungsstätte und einem Pflegestützpunkt eines ambulanten Pflegedienstes. ZIELE Integration und Nachbarschaft: Mit dem multikulturellen Zentrum entstand ein stadtteilbezogenes Gemeinwesenprojekt, das neben dem Bereich der Altenhilfe Vernetzungen zu sozialen und kulturellen Institutionen im Umfeld sicherstellt. Das Miteinander von jungen Künstlern in den Altbauten, älteren und behinderten Menschen in der Wohnanlage und den Kindern und Eltern der Krabbelgruppe führt zu spannenden Begegnungen. In dem Projekt „Neue Wohnformen für ältere türkische Migranten und Migrantinnen“ in Bremen-Gröpelingen wurde ein erster Versuch einer Antwort auf die Kombination von demographischer Entwicklung und von Migrationsaspekten unternommen, der den Bedarf nach einem kulturell angepassten Seniorenwohnhaus für türkische Migranten und Migrantinnen decken sollte. AKTEURE In den Gesprächskreisen mit den beiden ortsansässigen muslimischen Gemeinden, den Vereinen, dem Zentrum für Migranten und Interkulturelle Studien e.V. (ZIS) und einer Reihe von Einzelpersonen wurde der Bedarf nach einem kulturell angepassten Seniorenwohnhaus für türkische Migranten und Migrantinnen deutlich. Das Gebäudeensemble des Stiftungsdorfes besteht aus der historischen Feuerwache, in der im Wesentlichen die Bereiche, Bildung, Qualifizierung und Kultur organisiert sind, und dem Neubau, der zu Wohnzwecken dient. Im Gesamtkonzept fokussiert sich einmal mehr die Philosophie der Sanierung des Ortsteils insgesamt: Integration in das Gesamtkonzept für den Stadtteil, Erhalt historischer Bausubstanz, kleinteilige Entwicklung, Beteiligung relevanter sozialer Gruppen des Quartiers sowie mehrjährige Entwicklung statt einmaliger Investition. Die differenzierte Angebotsstruktur spiegelt sich auch in der planerischen und baulichen Umsetzung wieder. Der Umbau der historischen Bausubstanz wurde im Rahmen der Stadtteilsanierung vom Architekturbüro Klausing & Heinrich betrieben. Hierbei wurden die zentralen Akteure aus dem kreativen Bereich des Stadtteils einbezogen. Die Entwicklung der städtebaulichen Figur, der Hochbauentwürfe, des Raumprogramms und die Ausführungsplanung für den Wohnungsneubau übernahm in Abstimmung mit dem Referat Wohnungswesen das Architekturbüro Tilgner. Das realisierte Raumprogramm stellt eine ausgewogene Balance zwischen gewünschtem Raumprogramm, funktionalen Erfordernissen, Förderkriterien und Kostendisziplin dar. Es wurde mit einem türkischen Kollegen diskutiert und in den verschiedenen Gesprächskreisen erörtert, viele Anregungen der Beteiligten aus den Gesprächskreisen sind im Planungsprozess berücksichtigt worden. Durch die Förderung wurden sozialverträgliche Mieten möglich. Das multikulturelle Quartier liegt im Herzen von Gröpelingen, dem Wohn- und Lebensort vieler Migrantinnen und Migranten. Die Kooperation mit den muslimischen Gemeinden, ZIS, „Kultur vor Ort“ und den Familien sorgt für einen angemessenen sozialen und kulturellen Rückhalt. Eine türkischsprachige Mitarbeiterin vom ZIS bietet soziale Beratung für Migranten im Stadtteil an und ist Ansprechperson für die Mieter und Mieterinnen. Ergänzt wird das Angebot um eine interkulturelle Begegnungsstätte. Die Bremer Heimstiftung unterstützt in Kooperation mit dem häuslichen Pflegedienst eine kultursensible Pflege und Betreuung. FÖRDERUNG / BERATUNG Das Projekt wurde im Rahmen der Sanierung Gröpelingens in einem kooperativen Prozess zwischen der Bremer Heimstiftung, dem Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, der heutigen Gesellschaft für Stadtentwicklung mbH als Sanierungsträger und der Initiative „Kultur vor Ort“ entwickelt. Der Neubau mit den Wohnungen wurde mit zinsverbilligten Darlehen in Höhe von 0,446 Mio. € aus Mitteln der Sozialen Wohnraumförderung durch den Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa gefördert. Der Umbau der historischen Gebäudesubstanz für kulturelle Zwecke wurde mit 1,42 Mio. € aus Städtebauförderungsmitteln (aus dem gleichen Senatsressort) sowie 1,1 Mio. € aus Mitteln des Sofortprogramms „Innenstadt und Nebenzentren“ des Senators für Wirtschaft und Häfen finanziert. Als Gegenleistung für diese Investitionsmittel hat sich die Bremer Heimstiftung auf eine Zweckbindung für 25 Jahre verpflichtet. FINANZIERUNG Mittel der Bremer Heimstiftung sowie des Bundes, Landes und der Stadtgemeinde Bremen ERFAHRUNGEN - Seit 2004 besteht ein regelmäßig stattfindender interkultureller Gesprächskreis mit deutschen und türkischen Mietern und Mieterinnen. - Die deutsch-türkische Kochgruppe trifft sich einmal wöchentlich. - Es finden gemeinsame Feste und Feiern im Stiftungsdorf Gröpelingen statt. - Eine interkulturelle Selbsthilfe-Kreativwerkstatt für Senioren und Seniorinnen ist in Planung. Darüber hinaus strahlen die kulturellen Aktivitäten der Initiative „Kultur vor Ort“ auf den gesamten Stadtteil aus und sind ein wesentlicher Bestandteil auf dem Weg zu einem Imagewandel des ehemaligen Arbeiterwohnstandortes Gröpelingen. Besuch des Bundespräsidenten Bundespräsident Horst Köhler besuchte während seiner Bremen-Visite im Mai 2005 auch das Stiftungsdorf Gröpelingen. Er zeigte sich von der Einrichtung sehr beeindruckt. „Mit diesem Haus schaffen Sie nicht nur Wohnungen für Senioren, sondern Sie sorgen auch für Begegnung und gegenseitige Unterstützung zwischen den Kulturen und den Generationen“, urteilte der Bundespräsident. |




